Donnerstag, 18 Oktober 2012 07:13

Trümmerausbildung intensiv - Rettungshundestaffel Feuerwehr Frankfurt in Husum und Tinglev/Dänemark

Die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Frankfurt Die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Frankfurt

„Übungsdienste unter Einsatzbedingungen“, das war das Motto für die Ausbildungswoche der Rettungshundestaffel Feuerwehr Frankfurt. Mit dieser Vorgabe fuhren 16 Einsatzkräfte mit 18 Hunden in den hohen Norden. Gemeinsam mit den Suchhundeteams der befreundeten Feuerwehreinheit Husum/Ladelund wurde intensiv trainiert und die Belastbarkeit getestet.

Der Kontakt zur Husumer Staffel wurde im letzten Jahr bei einem Mantrailing-Seminar geknüpft. Die ansässige Feuerwehreinheit ist seit Jahren spezialisiert auf die Ausbildung und den Einsatz von Personen- und Vermisstenspürhundeteams (PVSH).

Auf dem Wochenplan der Frankfurter stand neben ganztägigen Übungsdiensten in der Vermisstensuche (Flächensuche) auch eine groß angelegte gemeinsame Einsatzübung mit den Husumern. Bei beginnender Dämmerung erfolgte die Alarmierung über den stellvertretenden Stadtbrandinspektor Gunter Renner, seit diesem Jahr Mitglied und Einsatzkraft der Rettungshundestaffel Feuerwehr Frankfurt.
Die gestellte Lage: Auf der Landstrasse zwischen Bredstedt und Weding ereignete sich gegen 19 Uhr ein Busunglück. Mehrere teilweise schwer verletzte Personen wurden vermisst. Diese waren aus geschockt und panisch vom Unglücksort geflüchtet. Die Anzahl der vermissten Personen war unklar.  Für die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Frankfurt war ein 16 ha großes ehemaliges Bundeswehrgelände mit wenigen Hütten und etlichen Bunkeranlagen abzusuchen. Bei der Einteilung der Suchgebiete entstanden auch gemischte Teams, die sofort professionell und erfolgreich zusammenarbeiteten. Nach 90 Minuten waren die fünf vermissten Personen aufgespürt, ersthelferisch betreut und abtransportiert.

Höhepunkt der Ausbildungswoche war das zweitägige Trümmertraining auf dem dänischen Katastrophenschutzgelände in Tinglev. Das riesige Areal bestand aus vertrümmerten Straßenzügen, vielen versteckten, verwinkelten Zugängen, Schichtungen, unterirdischen Gängen, eingeklemmten Pkw’s, schwierig zu begehenden Trümmerkegeln, etc. Der zweite Tag forderte den geprüften Einsatzkräften das Letzte ab. Einsatzgemäße Suchen unter Zeitdruck ließen die geprüften Rettungshundeteams den Ernstfall proben. Besonders realistisch wurde das Szenario durch die parallelen Feuerlöschübungen von Einsatzkräften anderer Organisationen in benachbarten Häusern und Straßenzügen. „Wir wünschen uns ein eigenes Trümmergelände um die Qualität unserer Hunde weiter zu verbessern“, war der einhellige Wunsch aller Beteiligten.

Die beiden Personen- und Vermisstenspürhundeteams (PVSH = Mantrailer) besuchten innerhalb der Ausbildungswoche Seminare des extra aus Amerika eingeflogenen Deputy Sheriff Luis Ledbetter und seinem Team Kevin Gannon und Mary Carson-Davenport. Luis Ledbetter ist Chefausbilder für die Hundeteams im Sheriff Department Palm Beach und Inhaber von Tactical Dog Enerprises (TDE). Er gilt als der weltbeste Trainer für Mantrailer. Mantrailing hat in den USA eine sehr lange Tradition. Die Spürhundeteams werden dort neben der Vermisstensuche vor allem bei der Verbrechensbekämpfung eingesetzt. Mantrailing (englisch man = „Mensch“ und trail = „verfolgen“) ist die individuelle Personensuche. Die Mantrailer oder Vermisstenspürhunde folgen dem Individualgeruch einer bestimmten Person. Dies ist möglich, da jeder Mensch laufend Hautschüppchen verliert, die den individuellen und einmaligen Geruch „verströmen“.

Seit zweieinhalb Jahren werden in der Fachgruppe Rettungshunde der Feuerwehr Frankfurt, neben den Flächen- und Trümmersuchhunden, auch Vermisstenspürhunde ausgebildet. Und das mit großem Erfolg. Zwei Teams absolvierten in diesem Jahr erfolgreich die Einsatzüberprüfung nach den Mindeststandards der Rettungshundeortungstechnik (MRHOT).

Neben  den vielen Übungsdiensten war auch Zeit für Gemeinsames und Entspannung. Am Strand von Husum relaxten sie bei einem Spaziergang und ließen die Hunde toben. Zusammen eroberten sie die Stadt und bewunderten den Hafen bei Ebbe und Flut. Der Aufstieg auf ein Windrad um bei geöffneter Kabine die Aussicht zu genießen, stand ebenfalls auf dem Programm. Dafür mussten über Leitern 80 Meter Höhe erklommen werden. Beim allabendlichen gemütlichen Beisammensein wurden die Eindrücke des Tages verarbeitet.

Am 7. September ging eine intensive und anstrengende Woche für die Einheit zu Ende.  

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